Das Think Animal Blog

Mit unserem Blog möchten wir mit unseren Kunden in einen vertiefenden Dialog treten. Die Beiträge sollen Denkanstöße bringen und auch einen Erfahrungsaustausch über das eigentliche Training hinaus ermöglichen.

Anmerkung

Die Beiträge stammen zum Teil von unseren Kunden - und müssen daher nicht mit der Meinung von Think Animal übereinstimmen!
Gerade diesen Meinungsaustausch, die Diskussion, das Nach-Denken soll hier auf dieser Seite ausgelebt werden!

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Hundebeobachtungen

Albin Blaschka mit Gina (albin@thinkanimal.info), 31. 12. 2007

Einleitung

Die hier beschriebenen Beobachtungen resultieren aus zwei Reisen, die anderen Zwecken dienten und daher auf reinen Zufallsbegegnungen basieren. Auch wurden die angetroffenen Hunde nicht weiter beobachtet bzw. verfolgt, um nähere Umstände zu erforschen.

Die erste nach Marokko fand zwischen dem 21. Dezember 2004 und dem 6. Jänner 2005, die zweite nach Griechenland zwischen dem 12. April und dem 15. April 2005 statt. Da diese Beobachtungen nicht geplant waren, unter den unterschiedlichsten Rahmenbedingungen (Busfahrt, Spaziergang, Autofahrt, Restaurantbesuch u.ä) und somit kein Konzept bzw. konkrete Fragestellung vorhanden war, sind die Rahmenbedingungen entsprechend unterschiedlich, sowohl was Uhrzeit, Lebensräume und damit Datenqualität anbelangt.

Marokko

 Diese Beobachtungen wurden im Zuge des Besuches eines Strand-Restaurants bei Tiznite (ca. 20 km nördlich der Stadt Agadir)in den Abendstunden (zwischen 17 Uhr und 19 Uhr) gemacht (siehe auch Abbildung 1). Laut Auskunft von dort öfters verkehrenden Touristen, sind es immer die selben Hunde, die diese Bucht und den angrenzenden Parkplatz mit dem Umland bevölkern. Insgesamt hatte das Gebiet eine Länge von ca. 1 Kilometer und eine Breite von mehreren hundert Metern entlang der Küste, die aus Sandstrand besteht. In diesem Bereich sind nebem dem erwähnten Strandrestaurant, das das Zentrum bildet ein größerer Parkplatz und am südlichen Rand ein Bereich in dem Touristen ohne weitere Infrastruktur campen (laut Auskünften geschätzt sicher bis zu mehreren Hundert, wenn nicht mehr). Das Gebiet wird durch eine Überlandstraße entlang der Küste geteilt, die laut Auskünften die Hunde auch überqueren. Den Schwerpunkt bildet aber eindeutig der Bereich des Parkplatzes und des Restaurants. Zur Zeit der eigenen Beobachtungen waren es mindestens vier Tiere, die sich unmittelbar im Bereich des Restaurants aufhielten.

Die Hunde waren in ihrem Verhalten Menschen gegenüber vorsichtig, aber nicht im eigentlichen Sinne scheu. Sie beschnupperten hingestreckte Hände, zogen sich aber bei einem „Streichelversuch“ auf eine Distanz von mindestens ca. 2-3m zurück, liefen aber nicht weiter davon. Die Betreiber des Strandrestaurants und sich daneben befindlichen Souvenirständen akzeptierten die Hunde. Es kamen immer wieder einzelne Tiere auf die Terrasse, wo sie von Touristen im Restaurant gefüttert wurden.

Die Hunde zeigten einerseits keine Anzeichen von Krankheiten oder Ungezieferbefall, waren durchwegs gut genährt, es war auch eine trächtige Hündin (siehe Abbildung 2) unter den Tieren und andere noch eindeutig jüngere Individuen. Andererseits zeigten die Tiere keine Zeichen eines Besitzers, wie Halsbänder, Marken oder Tätowierungen.

Essaouira, Strand

Die folgend geschilderten Beobachtungen erfolgten bei einem Spaziergang knapp außerhalb der Stadt Essaouira (Marokko), ebenfalls entlang eines Strandbereichs, kurz vor Sonnenuntergang, ca. 20 Uhr. Es waren drei Individuen, das Geschlecht war aufgrund der größeren Entfernung nicht mit Sicherheit feststellbar. Sie nahmen von den Passanten Notiz, blieben aber meiste Zeit in größerer Entfernung (10-15 Meter) und spielten immer wieder untereinander. Die Hunde zeigten kein erkennbares Zeichen eines Besitzers, aber auch nicht von Krankheiten oder (übermäßigen) Ungezieferbefall.

Marrakesch

Im Zuge einer Autofahrt in den Randbezirken von Marrakesch wurde ein Rüde, vom Aussehen her Labrador Retreiver – ähnlich, mit typischen Symptomen von fortgeschrittener Leishmaniose gesichtet: Brillenförmige kahle Stellen um die Augen, weitere Kahlstellen und Geschwulsten am ganzen Körper. Der Hund hatte es geschafft, eine mehrspurige Richtungsfahrbahn zu überqueren und stand schwankend im Grünsteifen in der Mitte – die Gegenfahrbahn lag noch vor ihm.

Zusammenfassung, mögliche Schlussfolgerungen

Bei diesen, wie eingangs erwähnt zufälligen Beobachtungen hielten sich alle Hunde im Umkreis von Ressourcen auf, zeigten nur einen kleine Aktionsradius. Ob bei den herrenlosen Hunden Wanderbewegungen in größeren Zeiträumen auftreten, ließ sich nicht feststellen, Aussagen von länger im Bereich sich aufenthaltenden Touristen bei dem Strandrestaurant lassen aber Wanderbewegungen im Tag-Nacht Rhythmus vermuten (weg vom unmittelbaren Stranbereich in die dahinterliegenden Hügel), jedoch im genannten Bereich.

Wahrscheinlich herrenlose Hunde waren vermehrt gemeinsam mit Artgenossen zu beobachten, bei einer Gruppengröße von 3-5.

Hunde, die mit hoher wahrscheinlich einen Besitzer haben, zeigten sich tendenzieller zutraulicher als herrenlose.

Diese zusammenfassenden Aussagen enthalten einen hohen Anteil an Vermutungen, da es sich hier um keine gezielten Beobachtungen mit fundierten Auswertungen bzw. Analysen handelt.

 

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